Zürich, 14.09.2016

Ein junger Mann erhält von einem ehemaligen Mitschüler auf WhatsApp zwei antisemitische und beleidigende Sprachnachrichten. Unter anderem wird das Opfer als "dreckiger scheiss Jud“ bezeichnet.

Zürich, 16.12.2016

Der SIG erhält einen Brief mit antisemitischem Inhalt, welcher sich über die Sicherheitsdebatte um die Schweizer Juden abschätzig beklagt und sich alle Juden in Israel wünscht, weil „Da haben wir dann euren ganzen Stinkhaufen zusammen zum Liquidieren!“

Zürich, 12.12.2016

An einer Zürcher Schule wird ein jüdischer Schüler antisemitisch gemobbt. Hitlergruss, Holocaustrelativierungen und abfällige Bemerkungen häufen sich. Ein Hakenkreuz am persönlichen Spind des Opfers bringt das Fass zum überlaufen.

Zürich, 01.12.2016

Der SIG erhält eine E-Mail in französischer Sprache mit antisemitischem Inhalt. Der Absender verharmlost darin den Holocaust und wünscht sich Hitler mit folgenden Worten zurück: „tonton adolf allais revenir pour nous débarasser des juifs qui nous bandent depuis 2000 ans.“

Zürich, 31.10.2016

An Halloween in Zürich machen Jugendliche antisemitische Sprüche, als sie einen jüdisch klingenden Namen am Briefkasten sehen. Unter anderem rufen sie „Scheissjuden“. Dazu werfen sie einen Gegenstand gegen die Hauswand.

Zürich, 30.10.2016

Durch die Medien wird bekannt, dass die Schweizer Neo-Nazi-Band „Mordkommando“ in ihren Songtexten mehreren Personen der SIG-Geschäftsleitung mit Mord droht. Zudem droht die Band mit Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Zürcher Stadtteil Wiedikon.

Unterwasser, 15. Oktober

Rund 5000 Neonazis aus ganz Europa treffen sich im beschaulichen Toggenburg an einem Konzert mit rechtsextremen Bands – laut Medien die bislang grösste Neonazi-Veranstaltung in der Schweiz. Unter den Namen «Rocktoberfest» treten diverse rechtsgerichtete Musikgruppen auf. Über die Veranstaltung hat als erste die Organisation Antifa (Antifaschistische Aktion) auf Twitter berichtet. Demnach sollen die Organisatoren aus dem Umfeld der internationalen Neonazi-Organisation «Blood & Honour» stammen. Mehrere der auftretenden Bands haben Songs mit antisemitischen Texten im Repertoire.

Zürich, 03.10.2016

Der SIG erhält einen Brief, welcher alles Übel in der Welt den Juden anlastet: An
9/11, ISIS oder dem 2.Weltkrieg seien die Juden schuld. Zudem wird behauptet:
„Schweizer Juden das ist reine Papierform; ein Jude in welchem Lande auch immer er sich ausbreitet, wird immer Jude sein, selbst nach 4‘000 Jahren!“

Zürich, 01.10.2016

Der SIG erhält eine antisemitische E-Mail : „Es gibt immer mehr Menschen, die eure [der Juden] falschen Spiele durchschaut haben“, schreibt der anonyme Verfasser

Visp, 09.08.2016

Im Raum Visp werden von Unbekannten über Hundert Flyer mit antisemitischem Inhalt aus einem fahrenden Auto geworfen. Diese sind mit   "Europa Erwache" übertitelt, zu sehen ist ein durchgestrichener Davidstern.

Zürich, 08.08. 2016

Der SIG erhält von einem Unbekannten einen Brief, welcher voll von Vorurteilen gegenüber Juden ist und in welchem der Holocaust geleugnet wird. Unter anderem wird behauptet, dass Elie Wiesel
„nie in seinem Leben in einem Konzentrationslager gewesen war. Wahrlich die Shoa-Show must go on!“ und „Die Juden sind so geldgierig, dass sie sogar den Strick verkaufen, an dem wir sie eines Tages aufhängen werden.“

Fällanden, 18.07.2016

Beim jüdischen Friedhof in Fällanden wird ein Jude von einem aggressiv auftretenden Anwohner aufs Übelste mit „Sau Jude“ und mehrmaligem „Heil Hitler“  beschimpft. Zudem droht der Täter beim nächsten Besuch das Auto des Opfers zu zerkratzen und meint, dass es eine Schande sei, dass er neben einem jüdischen Friedhof leben müsse.

Zürich,15.07.2016

Der SIG erhält eine E-Mail. Darin schreibt ein Unbekannter, dass Juden grosses Leid über die Welt bringen würden, und droht, dass „jüdische Personen in der Schweiz zur Verantwortung“ gezogen würden, wenn nicht sofort eine hohe Geldsumme bezahlt würde. Weiter steht, dass die Täter „nicht davor zurückschrecken, zu verhindern, dass jüdische Kinder weiter eine Schule besuchen“.

Zürich, 03.06.2016

Der Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorge (VSJF) erhält eine Zuschrift mit dem Inhalt „scheiss mafia go home to israel“ von einem Absender, der sich „Adolfhitler@judennet.com“ nennt.

Zürich, 29.05.2016

Der SIG erhält von einer Person eine antisemitische Zuschrift in französischer Sprache.
Unter anderem steht darin
„Les juifs actuels ne sont plus considérés comme des victimes.“ Und „Le cruel Dieu des Juifs“.

Zürich, 19.05.2016

Auf der Allmend in Zürich wollen zwei jüdische Knaben  mit anderen Jugendlichen Fussball spielen. Die Reaktion: „Ihr seid doch Juden. Juden haben hier nichts verloren. Scheiss Juden“. Anschliessend werden beide jüdischen Jugendlichen bespuckt, woraufhin sie sich vom Gelände entfernen.

Zürich, 04.05.2016

Ein Mann wird auf dem Fussgängerstreifen beim Hauptbahnhof Zürich von einer unbekannten Frau aus einem vorbeifahrenden Auto beschimpft: „Und dann bist du auch noch so ein elender Drecksjude.“

Zürich, 24.04.2016

Eine Person erhält von einem Unbekannten eine SMS mit folgendem Inhalt: „Das ewige Gejammer der umgekommenen Juden während der Nazizeit geht mir langsam auf den Sack, dass noch 55 Millionen Nichtjuden umgekommen sind, wird bei keinem Wort erwähnt.“

Zürich, 03.04.2016

Ein jüdischer Knabe wird  in Zürich auf der Strasse antisemitisch beschimpft und angespuckt, als er auf seinem Fahrrad an drei Jugendlichen vorbeifährt.

Nidwald, 15.03.2016

In einer Nidwaldner Dorfzeitung erscheint ein Artikel über das Osterfest, in welchem ein reformierter Pfarrer das jüdische Volk in antijudaistischer Manier pauschal als „Verräter an der Liebe Jesu“ darstellt.

Zürich, 28.02.2016

Am Bahnhof Stadelhofen in Zürich wird ein Kleber entdeckt. Zu sehen ist ein Strichmännlein, welches einen Davidstern in den Müll wirft mit der Unterschrift „Gegen Nazis“.

Dornach und Arlesheim, 24.01.2016

In vielen Briefkästen in Dornach und Arlesheim liegt ein vierseitiges Flugblatt, überschrieben “Wie war das mit dem Holocaust?”  Verteilt wurde es vom Holocaust-Leugner Bernhard Schaub. Es enthält die bekannten Schaubschen Ansichten, wonach die Nationalsozialisten keine Gaskammern betrieben hätten, Juden in den Konzentrationslagern an Fleckfieber-Epidemien gestorbens seien und das Blausäuregas “Zyklon B” lediglich als Entlausungsmittel eingesetzt worden sei.

Sargans, 04.01.2016

Die Kantonsschule Sargans erhält ein anonymes Schreiben aus Deutschland, in welchem der Holocaust und die systematische Vernichtung der europäischen Juden verleugnet wird. Anhand von kruden «Fakten», basierend auf angeblichen Quellen des IKRK, behauptet der unbekannte Verfasser unter anderem, es sei «unmöglich», zu beweisen, dass in Auschwitz Juden ermordet wurden.

Zürich, 18. Dezember

Ein jüdischer Berufsschüler meldet dem SIG, dass ein Mitschüler, der nichts über die Religionszugehörigkeit seines jüdischen Schulkollegen weiss, in der Schule immer wieder gegen Juden hetze. Zum Beispiel sagt er, dass man alle Juden vergasen müsse.

St. Gallen, 12. Dezember

Ein Jugendlicher, welcher mit Kollegen im Regionalzug von Rorschach nach St. Gallen fährt, singt lauthals eine krass judenfeindliche Liedstrophe. Auf die missbilligende Reaktion einer mitreisenden Frau hebt er die Hand zum Hitlergruss und erwähnt die NSDAP. Die anderen Mitreisenden reagieren nicht auf den Vorgang.

Zürich, 10. Dezember

Im Auftrag eines grossen Fussballclubs meldet sich eine Anwaltskanzlei beim SIG: Offenbar wurde ein jüdischer Fussballer vor ein paar Monaten gemobbt, weil er jüdisch ist. Der Haupttäter wurde danach aus dem Club ausgeschlossen. Die Anwältin darf den Namen des Clubs nicht verraten. Der betroffene Verein will nun die Statuten anpassen, um auf solche Vorfälle besser reagieren zu können.

Winterthur, 05. Dezember

Medien berichten, dass in einem Dokumentarfilm über Syrien ein arabisches Kampflied zu hören sei, in dem zum Mord an Juden aufgerufen wird. Der Film wurde von IZRS-Vorstandsmitglied Naim Cherni im Auftrag des IZRS gedreht und in Winterthur öffentlich vorgeführt. Auch auf Youtube ist der Film zu sehen.

Zürich, 03. Dezember

Der SIG erhält eine anonyme  Zuschrift per Mail, in der absurde Behauptungen, Vorwürfe und Referenzen zu Hitler gemacht werden. Der Absender argumentiert, dass er sehr gut verstehen könne, dass alle Menschen die Juden hassen würden und dass Juden selbst  Schuld seien am Antisemitismus.

Kreuzlingen, 02. Dezember

Medien berichten, dass in Kreuzlingen in mehrere Briefkästen antisemitische Flyer eingeworfen wurden. Auf den Flyern wird der Holocaust als Schwindel dargestellt und Juden werden in der Schrift aufs übelste diffamiert.

Zürich, 27. November

Ein Mann, der stets einen Hut,  einen schwarzen Mantel und schwarze Hosen trägt und laut eigenen Angaben schon mehr als einmal mit einem Juden verwechselt wurde, wird auf der Strasse von einer unbekannten Frau  mit folgenden Worten angesprochen: „You gonna die, we’ll kill all the jews, because we hate you“. Weiter beschimpft sie den Mann in einer Sprache, die er nicht versteht.

Kümmertshausen, 08. November

Ein Funker sendet antisemitische Hetze in den Äther. Die Hassreden – unter anderem wird der Holocaust geleugnet – sind in Europa auf dem Amateurfunknetz zu hören. Der SIG hatte den Funker schon vor vier Jahren angezeigt. Danach war es rund drei Jahre lang ruhig, bis der Funker wieder aktiv wurde.  

Biel, 07. September

Eine jüdische Person wird von einem ihm unbekannten Mann auf Facebook angeschrieben. Der Mann beschimpft die Person antisemitisch und bedauert, dass Hitler nicht alle Vorfahren der jüdischen Person vergast habe. Auch auf seinem öffentlich einsehbaren Facebook-Profil beleidigt und schmäht der Täter Juden. Der Hetzer konnte identifiziert werden und wurde angezeigt. 

Zürich, 06. September

Der SIG erhält einen antisemitischen Brief von einem Pseudonym namens „Kalbermatten“. „Kalbermatten“ ist schon seit Jahren immer wieder mit solchen Briefen aufgefallen. Neben wüsten antisemitischen Beschimpfungen enthält der Brief Bilder von bekannten jüdischen Persönlichkeiten, auf deren Gesichter „Kalbermatten“ Kreuze gemalt hat.

Zürich, 05. September

Der SIG erhält einen anonymen Brief, in welchem Juden beschimpft werden. Der Holocaust sei eine „Jahrhundertlüge“, Angela Merkel eine „zionistische Juden-Schlampe“ und die Juden an allen Weltkriegen schuld.

Zürich, 04. Juli

In Wiedikon tauchen über 20 Neonazis auf und attackieren einen orthodoxen Juden. Mehrere den Behörden bekannte und vorbestrafte Neonazis beschimpfen, bespucken und schubsen ihn herum. Möglicherweise kann nur dank des beherzten Eingreifens von Passanten und Polizei Schlimmeres verhindert werden. Das Opfer reicht Anzeige wegen Drohung, Tätlichkeit und Verstoss gegen die Rassismusstrafnorm ein. Das Verfahren läuft noch.

Zürich, 04. Mai

Drei Jugendliche aus dem jüdischen Sportclub Hakoah werden von zwei Jugendlichen vor dem Training antisemitisch beschimpft, geschubst und schlussendlich auch geohrfeigt. Passanten, welche diese Tat beobachten, mischen sich ein und vertreiben die Angreifer. Die Polizei wird eingeschaltet, die Täter können jedoch nicht identifiziert werden.

Zürich, 17. März

Der Meldestelle des SIG wird ein antisemitischer Vorfall gemeldet: Der Melder wird im Zug von einer ihm unbekannten Person angesprochen und gefragt, ob er ein Ausländer sei. Der Melder verneint dies, worauf der Unbekannte antwortet: „Hauptsache du bist kein Saujude.“

St. Gallen, 14. März

Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, findet am 14. März im Kanton St. Gallen ein Treffen der Europäischen Aktion Liechtenstein (EA) statt. Ein junger Liechtensteiner EA-Aktivist leugnet an dem Treffen demnach den Holocaust und bezeichnet ihn als «grösste Jahrhundertlüge». Diese diene einzig und allein dazu, «den Seelenmord am deutschen Volk zu vollenden». Ausserdem lobt er in seiner Rede die Freiwilligen der Waffen-SS. Die Rede werden auf der EA-Website publiziert.

St. Gallen, 19, Februar

Vor einem  Fussballspiel  zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen kommt es im Vorfeld zu einem antisemitischen Vorfall: Um ihren Gegner zu verunglimpfen, verkleidet sich ein Fan des Fussballclubs Luzern als orthodoxer Jude, schmückt sich mit einem FC St. Gallen-Schal und führt danach den Fan-Umzug an. Grund für die Verkleidung ist offenbar, dass die St. Galler als „Juden“ bezeichnet werden, was eine Beschimpfung darstellen soll.

Zürich, 26. November

Ein jüdische Familie in Zürich erhält einen handgeschriebenen Brief mit folgenden Worten: „Wir werden euch immer verfolgen – gestern, heute, morgen. Es grüsst Amon Göht und Julius Streicher. Schöne Grüsse aus Bergen Belsen und Auschwitz.“

Zürich, 19. November

Eine Gastkommentatorin schreibt in der NZZ: „Wie um Himmels willen kann gerade dieses Volk, das über die Jahrhunderte aufgrund seiner Religion immer wieder so grausam gelitten hat, andern das Gleiche antun?“ Damit setzt die Autorin des Kommentars das Vorgehen nicht nur Israels, sondern des jüdischen Volkes mit der Judenverfolgung der Nazis gleich – eine klassische Täter-Opfer-Umkehr.

Zürich, 2. November

Die Jüdische Liberale Gemeinde Zürich erhält als Reaktion auf die Medienpräsenz rund um die Gurlitt-Sammlung einen Brief. Darin steht: „Die Gurlitt - Sammlung scheint sehr wertvoll zu sein. Kein Wunder das der jüdische Weltkongress sofort zur Stelle ist.“

Wilen, 17. Oktober

Eine „Gruppe junger Ostschweizer- Geschäftsleute“ versendet einen Brief an eine Person, die vor Jahren mehrfach Leserbriefe geschrieben hat, in denen sie sich gegenüber Israel solidarisch gezeigt hat. Die Verfasser  schreiben: „Boykottiert diesen terroristischen Verbrecherstaat Israel und vergesst endlich diesen Scheiss- Holocaust, der immer und immer wieder auftaucht und den diese feigen Zionisten weltweit als Bonus für ihre schändliche Gesinnung schamlos ausnützen.“

Zürich, 29. September

Zwei jüdische Personen erhalten einen Brief aufgrund eines Interviews mit ihnen in „Das Magazin“. Der Absender schreibt: „Die Juden sind absolut die Christus-Mörder, und dafür muss man die Juden nicht töten oder vernichten, aber Gott der Messias wird das Judenvolk absolut leiden lassen, für den bestialischen grausamen Mord am Gottes-Sohn Jesus Christus.“ Der Absender „Kalbermatten“ ist der SIG bekannt und schreibt regelmässig Briefe mit beigelegten Fotos von portraitierten Juden, welche mit Kreuzen durchstrichen sind.

Zürich, 20. September

Eine Frau schreibt dem Präsidenten des SIG einen Brief. Darin steht unter anderem, dass der zunehmende Antisemitismus die Quittung dafür sei, dass Kritik jahrelang konsequent als Antisemitismus diffamiert worden sei. Die Juden würden in einer nie dagewesenen PR-Offensive die Medien infiltrieren, mit Artikeln für Israel und für die jüdische Kultur und über den Holocaust.

Facebook, 15. September

Ein Facebookuser ruft zur Recherche auf: Der Talmud sei das Buch der Zionisten, die die Weltherrschaft in den Händen hielten. Ein Post, der zeigt, wie versucht wird, dem Antisemitismusvorwurf zu entgehen, indem man von "Zionisten" statt von "Juden" spricht.

Bern, 10. September

Die israelische Botschaft in Bern erhält eine Email mit dem Inhalt: „jUDENAUSROTTUNG! Julius Streicher möchte gerne mit ihnen Kontakt aufnehmen“.

Biel, 28. August

Eine jüdische Familie in Biel erhält einen Brief. Der Absender hofft „wenn doch die Ukraine die Gaszufuhr nach Europa behindern will, dann könnte doch der Putin das Gas über Jsrael nach Europa leiten. In Israel könnte man die Leitungen dann anzuzapfen, denn die wissen ja wie man mit Gas umgeht.“

Zürich, 28. August

Der SIG-Präsident erhält einen Brief als Reaktion auf einen Artikel in der NZZ. Der Absender ist „beschämt, dass Schweizer wagen solche Sätze ins Netz zu stellen. Sie beklagen auch, dass sich nicht mehr Eidgenossen vehement dagegen wehren. Es hat alles eine Ursache.“ Er impliziert, dass die Juden an dem Hass selber Schuld seien.

Zürich, 27. August

Wirre Zuschrift: "Wegen juden dreck für mich extra geschlossen um das erbe der odiet will ich nicht es ist beschmutz von euch juden", schreibt eine anonyme Person dem SIG per Email.

Zürich, 26. August

Der SIG erhält einen Brief. Der Absender schreibt: „Israel ist das die schlimmste und  feigste braune Nazi Brut die es momentan auf dieser Erde gibt.“. Des Weiteren wünscht er sich „ Israel und die die braune Nazi Brut aus den USA zusammen in die Hölle!“

Zürich, 25. August

Der SIG erhält einen Brief. „Ihr Juden, Ich begreife heute, dass Ihr Juden verhasst seid.“, schreibt der anonyme Absender, „Seit die Juden ihr Israel nach dem 2. Weltkrieg erhalten haben machen Sie Krieg und breiten sich wie eine Krappe aus in Palästina und Gaza.“

Zürich, 24. August

Im Rahmen der Affäre um Geri Müller erhält der SIG ein Schreiben. „Ich fordere den SIG auf sich öffentlich und wahrnehmbar gegen die Schmutzkampagne G. Müller zu artikulieren die von Israel nahestehenden Kreisen, Widgorovits und Bollag, unter Mithilfe der SAS initiert wurde.“, schreibt dieser. Falls sich der SIG nicht distanziere, müsse man sich über Antisemitismus nicht wundern.

Zürich, 22. August

Der Präsident des SIG erhält eine Email von einem Absender, der dem SIG regelmässig antisemitische Emails schreibt. „Wenn Sie das deutlich von Ihrem religiösen Verein aus machen, nämlich distanzieren, dann verschwinden auch die antisemitischen Aktionen von Leuten mit der gleichen extremistischen Gesinnung, wie es das Rechtslager mit Landraub, Unrecht und Bombardierungen im heutigen Israel ist.“, schreibt er zum Gazakrieg, „Leider hat das Land seine früheren Sympathien verloren! Nur "jomeren" bringt nichts!“

Zürich, 22. August

Der SIG erhält eine Email mit den Adressaten „Die Juden“. „Sehr geehrte Juden, ich versuche zu verstehen woher der Judenhass kommt der offenbar bei doch recht vielen Leuten vorhanden ist.“, beginnt er seine Email um fortzufahren mit seiner Erklärung: „ Ich habe mich mit versch. Leuten darüber unterhalten. Viele dieser Leute haben Mühe mit Eurer Arroganz gegenüber Andersgläubigen. Der Geiz in Sachen Geld etc. ist ebenfalls angeführt worden(…).“

Baden, 21. August

Der Präsident der jüdischen Gemeinde Baden erhält einen Brief mit dem Betreff „Judenausrottung“. Der unbekannte Absender spricht den Empfänger mit „Hallo Judenschwein“ an und droht ihm und seiner Familie mit einem Blutbad, mit der Sprengung der Synagoge in Baden, und fordert „Tod den Scheissjuden“.

Zürich, 20. August

Der Präsident des SIG erhält einen Brief als Reaktion auf seinen offenen Brief an den Bundesrat. „Distanzieren Sie sich vom Zionismus! Prangern Sie die vielen rassistischen Äusserungen, Greueltaten und politischen Machenschaften dieser jüdischen Brüder an! Oder haben Sie sich noch nicht ernsthaft mit der hochmütigen Seite in der Geschichte des Judentums auseinandergesetzt?“, schreibt der Absender.

Davos, 14. August

Ein jüdischer Mann ist mit seiner Familie in seinem Auto in Davos unterwegs. Möglicherweise nimmt  er dabei einem Fussgänger bei einem Zebrastreifen den Vortritt. Die Familie fährt zu einem nahestehenden Geschäft, der jüdische Mann steigt aus und geht einkaufen. In der Zwischenzeit kommt der Fussgänger vom Zebrastreifen zum Geschäft, sieht das Auto, klopft an das Fenster und spricht die Ehefrau auf Schweizerdeutsch an. Diese versteht ihn nicht. Als der Ehemann zurückkommt, redet der Fussgänger auf ihn ein. Der jüdische Mann versteht nur die Worte „Juden raus“ und „Judenhotel“.

Zürich, 13. August

Auf einem Parkplatz in Hegnau wird ein Mann, der durch seine Kippa als Jude erkennbar ist, von einem Mann aus einem Auto mit aggressiven „Jihad, Jihad“-Rufen angeschrien. Weiter schreit der Mann im Auto, dass er ein Gotteskrieger sei, und weitere unverständliche, aber mit Sicherheit feindselige Dinge.

Facebook, Sommer 2014

"Ich könnte alle Juden töten. Aber ich habe einige am Leben gelassen um euch zu zeigen, warum ich sie getötet habe." Dieses Zitat wird zusammen mit einem Bild von Hitler im Sommer 2014 hundertfach, wenn nicht sogar tausendfach auf Facebook gepostet und Hitler wird als weiser Mann gelobt. 

Zürich, 7. August

Eine Schmiererei auf der Toilette beim Friedhof Rosenberg in Winterthur wird gemeldet mit dem Inhalt: „Haut den Juden aufs Maul, Freiheit für Palästina“.

Zürich, 1. August

Der SIG erhält einen antisemitischen Brief. In diesem wird das Judentum mit Israel gleichgestellt: „Jetzt haben Sie im Orient den Krieg angezettelt gegen den ISLAM. Sie werden noch leiden wie Sharon – der Schlächter. Ich in der Schweiz werde nichts mehr israelitisch-jüdisches kaufen und das Judentum meiden. Klar!“

Zürich, 31. Juli

Der SIG erhält ein Schreiben als Reaktion auf einen Zeitungsartikel des Präsidenten. „So, so! Ich lese in der Zeitung, dass ein Herr Winter behauptet, Juden in der Schweiz fühlen sich bedroht. Oh, die Armen!“, schreibt der Absender, und argumentiert, dass die Schweizer Juden kein Recht hätten, sich über Antisemitismus zu beklagen, da es den Palästinensern viel schlechter gehe als den Juden. 

Baden, 31. Juli

Die Jüdische Gemeinde Baden erhält einen Brief, in welchem die Juden zu den Verantwortliche für den Gazakrieg gemacht werden. „Halten Sie sofort den Krieg in Israel an. Sie sind für die fürchterlichen Bluttaten verantwortlich!!!“, schreibt der Absender, „Es ist menschenverachtend was die Juden seit JAHREN machen. Pfui, erwähnt ja niemals mehr die Judentötung, ihr Juden tötet bis ins unendliche und habt nichts dabei gelernt.“

Zürich, 30. Juli

Der SIG erhält einen Brief. Der Absender schreibt regelmässig antisemitische Nachrichten an den SIG. Er vergleicht „Hitler Deutschland und Netanjaho Israel“ miteinander und schreibt: „Leider finde ich beim besten Willen keinen Unterschied, beide haben die gleichen Verbrechen begangen oder sind noch dabei sie zu begehen. Beide ermorden Zivilisten. Beide bombardieren Städte und Dörfer. Beide stehlen Liegenschaften und Grundstücke.“

Basel, 30. Juli

Drei als jüdisch erkennbare Personen werden vor der Synagoge in Basel von einem Mann aus einem vorbeifahrenden Lieferwagen mit Zurufen und obszönen Gesten belästigt und mit antisemitischen Beschimpfungen eingedeckt.

Zürich, 29. Juli

Der SIG erhält einen antisemitischen Brief. „Einmal mehr mordet der Judenstaat im Gazastreifen unschuldige Palästinenser“, schreibt der Absender, „Am besten wäre, wenn die Juden die Schweiz verlassen würden, um in ihrem Land ebenfalls Krieg zu führen.“

Zürich, 29. Juli

Der SIG erhält eine Email von einem Absender, welcher dem SIG schon bekannt ist und regelmässig schreibt. „Nur über Antisemitismus jammern und Anzeigen erstatten bringt nichts.“, schreibt er, „Wenn in der Schweiz und Europa Antisemitismus aufkommt ist der SIG mitverantwortlich weil er die Politik Israels die letztendliche die Zerstörung des Staates Palästina beinhaltet unterstützt!“

Zürich, 29. Juli

Mindestens vier jüdische und muslimische Personen erhalten einen identischen antisemitischen Brief. Darin steht, „dass Schweizer 1980 gegen einen jüdischen Bundesrat waren, ist ein Zeichen politischer Reife. Den mächtige Juden kaufen Parteien, ja ganze Staaten und dominieren dieselben.“

Zürich, 29. Juli

An einer Bushaltestelle in Zürich-Altstetten wird ein Zettel angebracht, in welchem Juden für alle Kriege verantwortlich gemacht werden: „Hinter jedem Krieg steckt der Jude!“ Der Zettel wurde von einem Passanten gemeldet und entfernt.

Zürich, 28. Juli

Der SIG erhält eine Email, in welcher nicht nur die Politik Israels kritisiert und mit dem Nazi-Regime verglichen wird, sondern auch die Haltung des SIG: „Auch hier fehlt die Kritik an Israel auf Ihrer Homepage. Wer sich nicht genügend von den Verbrechen der israelischen Regierung distanziert, macht sich zum Komplizen und Unterstützer und mitschuldig.“ Damit wird gesagt, dass die Schweizer Juden mitschuldig an den angeblichen „Naziverbrechen“ Israels sei. 

Zürich, 28. Juli

Der Präsident des SIG erhält eine Email. „Hören Sie auf, von Antisemitismus zu reden, zeigen Sie nicht mit dem Finger auf andere, sondern wirken Sie dahingehend, den israelischen Behörden und der Regierung die Augen zu öffnen. Die Ausgrenzung des palästinensischen Volkes schadet letztlich dem jüdischen Volk selbst“, schreibt der unbekannte Absender. Diese  Zuschrift impliziert, dass die Juden selber Schuld seien am Antisemitismus.

Facebook, 27. Juli

Der Administrator der Facebook-Gruppe "Demo für Palästina in der Schweiz", der sich in den Medien widerholt von Antisemitismus distanziert hat, postet selber antisemitische Texte. Er bezeichnet das "Israelitische Volk" als "Niveaulos, stolzlos, ehrlos, respektlos und asozial." Gegen den unbekannten Administrator wird deswegen Anzeige eingereicht.

Facebook, 25. Juli

Ein Jugendlicher schreibt über "Drecks Juden", die "alle in der gleichen Scheisse" stecken würde. Er postet unter seinem richtigen Namen und Profilbild und schreibt, dass er keine Angst vor der Polizei habe. Gegen den jungen Mann wird Anzeige eingereicht. 

Zürich, 24. Juli

Ein Unbekannter beginnt im Schutz der Dunkelheit damit, die Fassade der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich zu besprayen. Die Security bemerkt die Sprayerei sofort und geht auf den Täter zu. Dieser kann jedoch unerkannt flüchten. Er hat bereits einen grossen Davidstern an die Wand gesprüht, als er flüchtet.

Zürich, 24. Juli

Der SIG erhält eine antisemitische Email. Darin wird versucht,  antijüdische Verschwörungstheorien als wahr darzustellen. „ Sie sind bei allen grösseren Kriegen 1.,2.WK Planer. Ausführen lassen sie immer andere. Sie haben die Macht über das Finanzsystem (Rothschild), Nahrungsmittel (Rockefeller), die Medien und selbst Hollywood. Sieger des 1. WK wäre Deutschland gewesen aber Juden (Brandeis) gingen nach England und überzeugten die Briten, dass wenn Amerika in den Krieg zöge Deutschland besiegt würde“, schreibt der Absender.

Zürich, 24. Juli

Der Absender einer Email an den SIG schreibt: „Bedauerlich wie sich Israel als Besatzungsmacht in der Tagesschau als Opfer dazustellen versucht. Israel erarbeitet sich die Feinde mit jedem Toten Palästinenser selber!!! Abscheulich, Gott wird Sie (gemeint sind die Juden) bestrafen.“

Zürich, 23. Juli

Der SIG erhält einen antisemitischen Brief, welcher von Stereotypen und Vorurteilen geprägt ist. Der Brief wurde wahrscheinlich als Reaktion auf eine Kolumne des Präsidenten im Tages-Anzeiger geschrieben.

Zürich, 23. Juli

Ein anonymer Anrufer meldet sich telefonisch bei der SIG-Geschäftsstelle. Er verlangt, mit dem SIG-Präsidenten verbunden zu werden. Als diesem Wunsch nicht entsprochen wird, beschimpft er die Sekretärin als „dumme Kuh“ und argumentiert, dass die Juden ganz selber Schuld seien, dass sie von allen gehasst würden. Da sich die Juden in Israel wie Nazis benähmen, sei dieser Hass auch auf die Schweizer Juden gerechtfertigt und keineswegs antisemitisch. Nach diesem Anruf meldet er sich noch mehrfach telefonisch, per Email und via Facebook, immer argumentiert er auf dieselbe Weise.

Zürich, 23. Juli

Der SIG erhält eine antisemitische Email. „Ich muss meiner unsäglichen Wut Luft verschaffen, wie einmal mehr die Israelische Armee die Palästinenser wie Ratten abschiesst.“ schreibt der Absender, „Gerade die Juden, welche vor allem im 2. Weltkrieg dermassen verfolgt und diskriminiert wurden, haben offenbar gegenüber den Palästinensern ganz andere Massstäbe als sie gegen die Juden gelten sollen. Dass die Palästinenser keinen Schritt tun können und kein Krümel Brot essen können ohne von den Israelis verfolgt zu werden erfüllt mich mit ganz ekliger Abscheu.“

Zürich, 22. Juli

Der SIG erhält eine antisemitische Zuschrift, bei welchem Gaza mit dem Warschauer Ghetto gleichgestellt wird: „GAZA ist das Warschau der Hitlerzeit!“, schreibt der anonyme Absender.

Zürich, 22. Juli

Der SIG erhält eine Email. Darin stellt der Absender den Gazakrieg mit dem Holocaust gleich und sagt, „der heutige israelische Staat gleicht immer mehr dem Nazi-Regime“. Des Weiteren sei die Situation „vergleichbar mit dem Warschauer Ghetto, nur sind jetzt die Israeli die Massenmörder, aus den ehemaligen Opfern wurden Täter, vergleichbar mit den Nazis.“

Zürich, 22. Juli

Der SIG erhält eine Email, in der von einer „jüdischen Arroganz“ die Rede ist, die sich im Nahostkonflikt wiederspiegle.

 

Zürich, 22. Juli

Die Zeitung 20 Minuten und andere Medien berichten über zahlreiche Drohungen gegen Juden auf Facebook im Vorfeld einer pro-palästinensischen Demonstration.

Zürich, 22. Juli

Der SIG-Präsident Herbert Winter erhält eine Email, in welcher der Absender Bezug nimmt auf einen Artikel im Tages-Anzeiger. In dem Artikel hat Winter über die Hetze im Vorfeld einer Demonstration geschrieben. Der Briefschreiber argumentiert, dass Israel an dem Hass gegen Juden in der Schweiz  Schuld seien: „Zurück bleiben Fragen. Zum Beispiel: Wer ist für diese Stimmungsmache verantwortlich?  Israel selbst du Pfeife!“

Zürich, 21. Juli

In einem Brief an den SIG erklärt eine „Gruppe, in der Schweiz unbekannte ehemaliger Legionäre das Töten in all seinen Facetten gelernt, jedoch das Massaker, ausgeführt von ihren Landsleuten (gemeint sind Israelis) nicht mehr tolerierend“, dass sie sich auf den Weg nach Israel machen um die dortigen Lebensmittel zu vergiften und so den Palästinensern zu helfen.“ Haben wir diese Mission beendet werden wir nicht mehr wahllos handeln, sondern gezielt und es werden Leute wie sie auf der Liste sein“, schreibt der Absender weiter und verabschiedet sich „mit tödlichem Gruss, den nach unserer Missi

Zürich, 20. Juli

Der SIG erhält eine antisemitische Email. Der Absender schreibt darin unter anderem: „Euren verdammten Antisemitismus und Holo-Keule auf uns Deutsche bringt bald Eure Endlösung! Ihr seid gerichtsreif. Und wenn euer Märtyrer-Gewinsel nicht aufhört, warum verreist ihr nicht nach Palästina.“

Zürich, 20. Juli

Der SIG erhält einen Brief, welcher eine Reaktion auf einen Artikel des Präsidenten in der NZZ ist. „Ihr Schlussatz, dass sich Schweizer Juden nicht würden einschüchtern lassen tönt für mich so nach dem Motto Auge für Auge, Zahn für Zahn“, schreibt der Absender, und zitiert damit das alte antisemitische Stereotyp von den „Rachejuden“.

Facebook, 19. Juli

Ein junger Mann, offenbar aus der rechtsextremen Szene, postet antisemitische Kommentare in der Facebookgruppe "Demo für Palästina in der Schweiz". Der SIG zeigt den Mann an. Dieser erhält im Februar 2015 einen Strafbefehl von der Solothurnischen Staatsanwaltschaft. 

Zürich, 18. Juli

Bei einer Anti-Israel-Demonstration hält ein Mann ein Schild hoch mit der Aufschrift „Die Juden brauchen eine Hitler“. Die Weltwoche berichtet darauf: „Ein Grüppchen tätowierter Neonazis demonstrierte bestens gelaunt Seite an Seite mit den bärtigen Anhängern der radikalen Muslimbruderschaft“.

Zürich, 18. Juli

In einem antisemitischen Email an den SIG werden zum einen die Juden und Israel gleichgestellt sowie auch mit den Nazis verglichen. Der Absender schreibt weiter: „Jedoch werdet Ihr nie müde an den Holocaust zu erinnern und daraus politisches und (in nicht allzu ferner Vergangenheit), mit Hilfe von Anwälten wie Ed Fagan, auch finanzielles Kapital zu schlagen.“

Zürich, 17. Juli

Der SIG erhält eine Email, in der die Medien sowie der SIG angeklagt werden, die angestammte Schweizer Bevölkerung unter Druck zu setzen, damit sie „die Aufnahme von Islamischen Flüchtlingen“ vor dem Hintergrund des Balkankrieges akzeptiere und „das erhebliche antijüdische Potential haben die CH-Medien und der SIG in der Schweiz Meinungsterrorisiert“.

Zürich, 16. Juli

Der SIG erhält eine Email, bei welcher von einer „Hetzkampagne“ die Rede ist, welche der SIG gestartet haben soll. Die Adressatin macht die Schweizer Juden für das Unrecht in Gaza verantwortlich und nennt sie Hetzer und Feuerentfacher. Der Gund: Der SIG hat  öffentlich gesag,  Aufrufe zur Gewalt im Vorfeld einer pro-palästinensischen Demonstration  seien besorgniserregend.

Facebook, 17. Juli

Ein junger Mann schlägt vor, im Zürcher "Judenfriedlich" friedlich zu demonstrieren, jedoch den "Juden die Fresse zu polieren", falls ein Jude "dumm tut". Gegen den Mann wird Strafanzeige eingereicht. Ein weitere Facebooknutzer unterstützt die Idee, die Juden anzugreifen.

Zürich, 13. Juli

Der SIG erhält eine Email mit antisemitischem Inhalt. Die Absenderin ist dem SIG bekannt, da sie regelmässig wüste und wirre Beschimpfungen sendet. Sie schreibt: „HITLER WAHR SCHON EIN GUTER MAN juden rent für euren bosch bravo usa new yorker juden dreck schade das ich barry fressen“

Facebook, 11. Juli

Ein Zahnarzt aus Basel, der auffällig oft auf Facebook antisemitische Posts verfasst, setzt die Taten der Nazis mit dem Vorgehen der Israelis gleich. Damit relativiert er den Holocaust. Er behauptet, dass Israel palästinensische Kinder absichtlich verhungern lasse und behauptet, dass Israel die Palästinenser in Konzentrationslager halten würden. 

Zürich, 5. Juli

Der SIG erhält eine antisemitische Email. Der Absender schreibt „ihr verfluchten juden stoppt endlich das töten!!!ihr werdet logisch gehasst. ihr seit die pest“.

Zürich, 16. Juni

Vor dem „Le Shuk“, einem Laden mit koscheren Produkten,  wird eine jüdische Frau von einem Mann, welcher mit seinem Mofa vorbeifährt, als „Drecksjüdin“ beschimpft.

Zürich, 9. Juni

In der Nähe des Seeufers im Bellevue wird eine Schmiererei mit der Bezeichnung „Jude“ auf einem Abfallcontainer gemeldet. Mit einem Pfeil wird angedeutet, dass Juden ins Innere des Containers gehören, also Müll seien.

Zürich, 2. Juni

In der Nähe der Badi in Zürich Enge wird ein Verbotsschild mit einer Hitlerkreuz-Schmiererei gemeldet. Neben dem Hakenkreuz steht schlecht lesbar etwas mit „Rasse“ oder „Race“.

Zürich, 10. Mai

Ein als Jude erkennbarer  Mann wird am Morgen im Beisein seiner Kinder von Unbekannten antisemitisch belästigt. Auf dem Weg zur Synagoge hält ein Auto mit vier Personen (3 männlich, 1 weiblich) neben ihm an, und die Personen schreien „Free Palestine“ aus dem Auto. Der Mann antwortet darauf mit „Arschloch“ und der Fahrer steigt aus dem Auto. Dabei schreit er „Heil Hitler“. Er nähert sich dem jüdischen Mann und fragt, ob dieser kämpfen wolle, was er verneint. Beim Wegfahren schreien die Personen weiterhin „Heil Hitler“ aus dem Auto.

Bern, 29. April

Die Israelische Botschaft in Bern erhält eine Email, in welcher Netanjahu mit Hitler gleichgestellt respektive als noch schlimmer als dieser dargestellt wird. „Ihr Netanyahu ist ein Arschloch, Terrorist und schlimmer als Hitler es jemals war“, schreibt der Absender und betreibt damit eine typische Täter-Opfer-Umkehr. 

Internet, 27. April

Dem SIG wird ein antisemitischer Text auf der Webseite der Europäischen Aktion des bekannten Holocaustleugners Bernhard Schaub gemeldet. In dem Text steht unter anderem, dass sich in den zwei Weltkriegen weisse Völker zerfleischt, und danach der "Rothschild-Kapitalismus" triumphiert habe. Der "Rothschild-Kapitalismus" wird von Rechtsextremen gerne als Chiffre für den "von Juden dominierten Kapitalismus" verwendet.

Zürich, 7. April

Ein Mann versucht, eine jüdische Einrichtung zu betreten. Ein Sicherheitsmann will das verhindern. Der Mann versucht, den Sicherheitsmann mit Gewalt aus dem Weg zu schieben und das Gebäude zu betreten. Es kommt dabei zu einem Gerangel. Der Eindringling lässt von seinem Vorhaben ab und entfernt sich vom Tatort. 

Bern, 7. März

Die israelische Botschaft erhält eine Email mit dem Inhalt „Die USA und Israel ist die schlimmste Nazi Mörder Bande die es je auf dieser Welt gab“.

Basel, 6. März

Die Israelitische Gemeinde Basel erhält eine antisemitische Zuschrift per Email mit dem Inhalt: „Ich erhebe Anklage gegen Ihr unartiges Judenferkel“.

Bern, 15. Januar

Die israelische Botschaft erhält eine antisemitische Email. Der Verfasser schreibt, der Grund seines Schreibens sei „die Siedlungsbauangelegenheit auf Palästinenserboden“ und führt weiter aus, dass dies „kakalakenhaft“ sei. Weiter schreibt er: „Ihr denkt wohl, ihr seid die scheiss Kinder Gottes im gelobten Land oder so. Fuck off mit eurer Thora!“.

Zürich, 13. Februar

Als Reaktion auf den offenen Brief an Anian Liebrand erhält der SIG-Generalsekretär eine Email. Der Absender schreibt: „Die Art und Weise wie Sie den Präsidenten der JSVP öffentlich an den Pranger stellen bestätigt mir einmal mehr jüdische Rechthaberei und Arroganz.“

Zürich, 13. Februar

Der SIG erhält eine Zuschrift über das Kontaktformular mit dem Inhalt: „ihr seit das allerletzte ich kotz ab. geldgeile“.

Zürich, 13. Februar

Der SIG-Generalsekretär erhält über Twitter eine persönliche Nachricht. Der Verfasser schreibt, dass die russische Regierung 1917 „zu 95% aus Mitgliedern jüdischer Abstammung“ bestand und diese „für die systematische Tötung von Menschen in der Höhe von mindestens 3x Holocaust“ verantwortlich sei. Er fordert den Generalsekretär auf, „diese menschenverachtende Greueltaten zuzugeben und öffentlich anzusprechen“ und stellt die Frage, ob es für die Juden profitabel sei „darüber nicht zu sprechen und alle die das Thema ansprechen als Antisemiten abzustempeln“.